Schätze der Welt - Erbe der Menschheit; SWR
Fast in jedem Land gibt es sie, die Städte im Schatten der
Metropolen oft verborgene Schönheiten, deren Reiz sich erst beim zweiten Blick
erschließt. In Frankreich etwa ist fast alles auf Paris konzentriert. Fast in jedem Land gibt es sie, die Städte im Schatten der
Metropolen oft verborgene Schönheiten, deren Reiz sich erst beim zweiten Blick
erschließt. In Frankreich etwa ist fast alles auf Paris konzentriert. Die
Sendung aber reist nach Lyon, das zu Unrecht als Durchgangsstation in den Süden
gilt. „Kinder schließt die Augen, gleich nach dem Tunnel kommt ... Lyon!“ soll
der französische Schriftsteller Daudet ausgerufen haben, wenn der Zug
Paris-Provence durch die südfranzösische Metropole fuhr. Trist und verkommen
muss sich die Stadt damals präsentiert haben. Heute führen Tunnel die Reisenden
nach Süden gleich an der Stadt vorbei, aber der Ruf hat sich nicht wesentlich
gebessert. So bleibt die unbekannte Schöne zwischen den Flüssen Rhone und Saone
sich treu: arbeitsam und verschlossen, reich und unprätentiös.
Österreich ist Wien und Wien ist Österreich. Falsch, denn da
gibt es auch noch Graz, Europas Kulturhauptstadt 2003. „Graz macht den Eindruck,
als ob man zum Frieden käme aus dem Krieg“, so Franz Grillparzer. Hier, in der
Hauptstadt der Steiermark, scheinen die Uhren wirklich ein klein wenig
langsamer zu gehen als anderswo. Auf dem Schlossberg liegen auch die Wurzeln
der Stadt, die 1128 erstmals erwähnt wurde. Gradec hieß sie da, zu deutsch „kleine
Burg“. Im 15. Jahrhundert war Graz die Hauptstadt Innerösterreichs. Der spätere
Kaiser Friedrich III. hatte ein Herz für die Stadt und setzte erste bauliche
Akzente. So ließ er eine Stadtburg errichten und die Pfarrkirche Sankt Ägydius,
den heutigen Dom. Graz gilt als die italienischste Stadt Österreichs. Die
vielen Renaissancebauten waren auch ein Grund für die Unesco, die Altstadt von
Graz, 1999 zum Weltkulturerbe zu ernennen.
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