Die Französische Revolution - Jahre des Zorns (1); Das Erste
Gegen Ende des Jahres 1792 erreicht die Französische
Revolution einen Wendepunkt. Unter erheblichem Druck von allen Seiten lässt
eine neue Exekutive den König hinrichten und erklärt Frankreich zur Republik.
Während die Linke um Robespierre an der Festigung ihrer Macht arbeitet, scheint
einigen die Umwälzung schon zu weit gegangen. Danton jedenfalls gerät auf dem
Höhepunkt seiner Popularität ins Wanken. Wie war das noch mit der
Brüderlichkeit?
Zwischen Triumph und Tragik, Utopie und Schrecken bewegt sich
der dritte Teil des vierteiligen, großartig ausgestatteten und dynamisch
inszenierten historischen Epos.
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Die Revolution hat einen Wendepunkt erreicht. Der König
(Jean-François Balmer) und seine Familie sind im Temple gefangen, die Exekutive
ist entmachtet, ein provisorischer Vollzugsrat, dem Danton (Klaus Maria
Brandauer) als Justizminister angehört, bestimmt jetzt die Geschicke
Frankreichs. Dabei scheint es, als ließe sich der revolutionäre Prozess von
oben nicht mehr kontrollieren. La Fayette (Sam Neill), ein Mann der ersten
Stunde, läuft zu den Österreichern über, die Preußen sind auf dem Vormarsch,
und auch im eigenen Land beginnen sich die Royalisten zu formieren. Unter
diesem Druck stürmt eine aufgebrachte Menge im September 1792 die Gefängnisse und
richtet ein fürchterliches Blutbad an. Die Monarchie ist offensichtlich
unhaltbar geworden, und um dem Ausland zu zeigen, dass es kein Zurück gibt,
lässt die neue Regierung erst Louis XVI., dann Marie-Antoinette (Jane Seymour)
hinrichten - die beiden sterben unter der ausgesprochen „demokratisch“
arbeitenden Guillotine, wie alle Feinde der Revolution. Frankreich ist nun eine
Republik.
Aber die dramatischen Ereignisse der Jahreswende haben die „linke“
Fraktion in der Legislative, dem Konvent, gespalten. Marat (Vittorio
Mezzogiorno) fällt einem Attentat zum Opfer; Robespierre (Andrzej Seweryn)
bekämpft die liberalen Girondisten, setzt neue, von ihm dominierte Gremien ein
und sucht seine Macht zu festigen. Danton, Desmoulins (François Cluzet) und
ihre Verbündeten dagegen scheinen unschlüssig. Anders als der unverheiratete,
spartanisch lebende Robespierre, der „Unbestechliche“, hat Danton private
Interessen. Und: Er profitiert ungeniert von seiner Stellung als Volkstribun.
„Marschiert, marschiert ... damit unreines Blut unsere
Gräben tränke“, heißt es in der „Marseillaise“: Im dritten Teil des Vierteilers
tritt die Revolution in ihr gewalttätigstes Stadium ein. Dynamische
Massenszenen wechseln mit bewegenden, eher intimen Tableaus, die den
Darstellern, vor allem Jane Seymour als Marie-Antoinette sowie Jean-François
Balmer in der Rolle des ebenso unglücklichen wie phlegmatischen Louis XVI.,
Gelegenheit geben, sich zu entfalten. Den vierten Teil dieses Epos´ zeigt Das
Erste im Anschluss.
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