Die Französische Revolution - Jahre der Hoffnung (2); Das Erste

Im Jahre eins der Französischen Revolution sieht es so aus, als ließe sich das Königtum retten. Aber die fehlgeleitete Politik von Louis XVI. führt Frankreich in den Krieg und sorgt für eine Radikalisierung der Massen. Zwischen der Reaktion im Innern und der Bedrohung von außen scheint es bald nur noch einen Weg zu geben: die Revolution voranzutreiben und die Monarchie abzuschaffen.

Im zweiten Teil des opulenten Mehrteilers gewinnen die Hauptakteure der Revolution, vor allem das Triumvirat - Robespierre, Danton und Marat - an Kontur.

Der Prozess der revolutionären Neuordnung scheint in überschaubare Bahnen gelenkt. Der König (Jean-François Balmer) ist nach Paris übersiedelt und hat einen Eid auf die Verfassung geschworen; Mirabeau (Peter Ustinov) und La Fayette (Sam Neill) glauben, die Monarchie retten zu können. Aber an der Basis, in den Stadtteilverwaltungen und Klubs von Paris, gärt es nach wie vor. Fortschrittliche Strategen wie Maximilien de Robespierre (Andrzej Seweryn) und Jean-Paul Marat (Vittorio Mezzogiorno) betrachten das neue System, das dem König noch immer erhebliche Machtbefugnis einräumt, mit Misstrauen. Und in der Nationalversammlung tut sich Georges Danton (Klaus Maria Brandauer) mit radikalen Reden hervor. Es zeigt sich, dass die revolutionären Kräfte die Lage realistisch einschätzen, denn Louis XVI. sucht beharrlich Verbündete im Ausland. Im Juni 1791 unternehmen Louis und die unpopuläre Königin Marie-Antoinette (Jane Seymour) einen Fluchtversuch, werden aber in Varennes gefasst. Ein Unternehmen, das zu einer Zuspitzung der politischen Lage führt: Im Innern gewinnt die Konterrevolution an Boden, an den Grenzen ziehen der österreichische Kaiser und die adligen Emigranten ein Heer zusammen. Während Robespierre zur Vorsicht mahnt und Danton laviert, entschließen sich der König und Teile der Nationalversammlung - vor allem die Abgeordneten des Departements Gironde - zum Krieg. Aber Frankreich ist geschwächt und gerät schnell in die Defensive. In dieser prekären Situation geben erneut die Pariser Massen den Ausschlag. Mit der Unterstützung eines revolutionären Regiments aus Marseille werden im August die Tuilerien gestürmt, und Louis muss bei der Nationalversammlung Zuflucht suchen: „Von diesem Moment an gibt es in Frankreich keinen König mehr.“

Der opulente, an dramatischen Höhepunkten reiche Vierteiler entstand anlässlich des „Bicentenaire“, der Feiern zum zweihundertsten Jubiläum der Französischen Revolution. Regie führten der viel beschäftigte französische Regisseur Robert Enrico und, in den folgenden Teilen, der auch durch seine Fernseharbeiten bekannte amerikanische Kollege Richard Heffron. Im zweiten Kapitel der groß angelegten Saga dynamisiert sich die Revolution, und ihre Führer gewinnen an Profil: Vor allem Klaus Maria Brandauer spielt den populären Part des Danton mit Verve und Finesse. Der dritte der vier Teile folgt am 20. Juli.



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