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Man denkt an Schwerindustrie, an Bergbau mit Erz- und Kohleförderung. An ausgebrannte Landschaften und gezeichnete Dörfer und Städte. Diese Zeit ist in Lothringen vorbei und betraf von jeher auch nur die nordöstlichste Ecke im saarländisch-luxemburgischen Grenzgebiet. Lothringen ist ein grünes Land: rund ein Drittel der Fläche ist Wald, ein weiteres Drittel der Landwirtschaft mit Getreideanbau und Weideflächen vorbehalten. Und die vier Flüsse mit "M" durchziehen es: Meurthe, Mosel, Maas und Marne.
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Ländlich-bäuerlich ist auch die Küche Lothringens. Berühmt ist die Quiche Lorraine und die Potée, ein herzhaftes Eintopfgericht. Aber auch die Mirabellen, die sowohl in gebackener wie destillierter Form sehr zu empfehlen sind. Zwei bedeutende Städte prägen die Region: Metz liegt von seiner Kathedrale St. Etienne überragt auf einem Hügel an der Mosel. Im Mittelalter hatte die Stadt eine führende Rolle und war zeitweise nach Köln zweitgrößte Stadt im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Nancy ist die Stadt mit den goldenen Toren und besitzt eine der schönsten Innenstädte Europas. Besonders nachts, wenn die vergoldeten Gitter rund um die Place Stanislas im künstlichen Licht funkeln und die Altstadt beleuchtet ist, erstrahlt Nancy in seiner Pracht. Klicken Sie mit dem Mauszeiger auf einen Informationspunkt in der Karte und Sie erhalten Tipps und Wissenswertes vom Frankreich-Spezialisten.
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Reisetipp: Winterferien ohne Gigantismus
Skifahren in Ventron? Langlaufen in Xonrupt? Viele Wintersportler würden diese Orte eher im Kaukasus vermuten. Tatsächlich liegen sie in den Vogesen. Bei guter Sicht reicht der grandiose Blick vom höchsten Vogesengipfel, dem Grand Ballon (1.424 m) bis weit hinein in die Alpen. Mit alpinen Dimensionen und Massentourismus können und wollen sich die sieben Vogesen-Skiorte Gérardmer, La Bresse, Saint-Maurice, Bussang, Ventron, Le Valtin und Xonrupt nicht messen. Für viele Stammgäste ist dies der Grund, immer wieder zu kommen. Gepflegte Pisten für Skiläufer und gespurte und ungespurte Loipen für Langläufer erwarten den Besucher. Ski heil!
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Wissenswertes: Das Mirabellenfest in Metz
Sonnengelb, zuweilen mit einem feinen Sprenkel Rosé und knapp fünfzehn Gramm schwer - so lautet der Steckbrief der wohl berühmtesten lothringischen Botschafterin: Madame la mirabelle. Ende August feiern Metz und die umliegenden Dörfer das pralle Pflaumenfrüchtchen eine Woche lang mit einem aufwendigen Fest: Musik, Tanz und Feuerwerk, eine Parade und ein großer Markt verwandeln dann das Herz der Stadt in eine bunte Bühne. Die Vorbereitungen dauern wochenlang, überall tüfteln die Bewohner an Gestalt und Schmuck der Themenwagen für den großen Festumzug durch die rund 3.000 Jahre alte Stadt. Die Mirabelle ist in Lothringen seit dem 15. Jh. bekannt. Seit mehr als einem Jahrhundert hat die "Fête de la Mirabelle" Tradition.
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Essen & Trinken: Ein süßer König
Der polnische König Stanislaus, der nach seiner Abdankung nach Lothringen ins Exil ging, war nicht nur ein besessener Schlösserbauer, sondern auch ein Förderer der Konditorenkünste. Bei seinen Soirées auf Schloss Lunéville bogen sich die Tische unter der Last so "schwerer" Süßspeisen wie Baba au Rhum, mit Likör gefüllte Schokoladen-Chardons, Madeleines aus Commercy oder Liverdun, Tannenhonigpralinen aus den Vogesen, Bergamottes und Makronen aus Nancy oder Boulay und so weiter und so fort. Die berühmten lothringischen Gebäcksorten können wir heute in höchster Qualität in den hiesigen Confiseries kaufen. Als Mitbringsel sind sie ungeeignet, meist erreichen sie die deutsche Grenze nicht, sie werden vorher verspeist.
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Rezept: Quiche Lorraine
Einen Mürbteig aus 250 g Mehl, 125 g Butter, einer großen Prise Salz, 1 Ei und 3 EL sehr kaltem Wasser herstellen. Stramm in Frischhaltefolie eingewickelt ein paar Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Auf die Größe einer Springform (ca. 26 cm) und nur ca. 4 mm dick ausrollen. In die gebutterte und gemehlte Springform geben, dabei den Rand schön verzieren. Mehrmals mit einer Gabel den Boden einstechen. Für die Füllung ca. 250 g durchwachsenen Bauchspeck etwas auslassen und abgekühlt in die Form geben. Nun 4 Eier mit 300 g Crème fraîche fest verschlagen, leicht salzen, sowie Pfeffer und Muskat dazugeben. Gut verrührt auf den Speckboden geben. Ca. 40 Min. bei 200°C (Ober- und Unterhitze) backen; evtl. nach der Hälfte der Backzeit mit Alufolie abdecken. Mit grünem Salat garniert, warm servieren!
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