Bewohner der Region Franche-Comté sind bekannt als sehr zufrieden wirkende Menschen. Beim Besuch der Region erkennt man schnell, was das Leben in dieser stillen Ecke Frankreichs so lebenswert macht. Da ist zum einen die unglaubliche Ruhe, die von der Natur ausgeht. Etwa die Hälfte der Gesamtfläche ist von Bäumen bedeckt. Grün sind die Tannen und Fichten, deren Spitzen die Bäuche der Wolken kitzeln, grün die mit Kühen gesprenkelten Almen, grün die Flussufer und Weinberge. Grüner geht es nicht. Auch Wasser ist allgegenwärtig in der Franche-Comté. Es sprudelt aus magischen Quellen, um die sich uralte Sagen ranken. In wildromantischen Flüssen und 80 blitzsauberen Seen kann man angeln und ein erfrischendes Bad nehmen. Nicht umsonst wird die Region als Pays des Milles Etangs (Land der tausend Seen) bezeichnet.

Abwechslungsreich wie das Land ist auch die regionale Küche. Im französischen Jura bekommt man selbst in einfachen Landgasthäusern üppige Mahlzeiten zu bescheidenen Preisen, serviert mit einem Lächeln. Unverfälschte Genüsse der Jahreszeiten: Fische frisch aus dem See, würzige Schinken und Rauchwürste, Morcheln, Steinpilze und Heidelbeeren aus dem Wald, die berühmten Käsespezialitäten und die kräftigen Juraweine. Diese sind bei uns zwar nicht sehr bekannt, doch in Fachkreisen gelten die Jura-Weine als originell und ausgefallen. Natürlich kommt auch der Kunstliebhaber in der Franche-Comté auf seine Kosten. Das zur "grünen Stadt" erkorene Besançon birgt ein sehenswertes Museum für Bildende Kunst. Die ungewöhnliche Kapelle von Ronchamp ist ein Werk des großen "Le Corbusier" und eine Pilgerfahrt wert. Arc-et-Senans gilt wiederum als bedeutendes Beispiel für die Industriearchitektur des 18. Jahrhunderts. Und den berühmten Löwen von Belfort muß man gesehen haben. Klicken Sie mit dem Mauszeiger auf einen Informationspunkt in der Karte und Sie erhalten Tipps und Wissenswertes vom Frankreich-Spezialisten.

Reisetipp: Wintersport

Eines der schönsten Skilanglauf-Reviere Frankreichs liegt im Hochjura im Parc Naturel Régional de Haut-Jura. Mehr als 1.000 Kilometer gespurter Loipen durchstreifen die 3 Plateaus unterhalb der Gipfelkette des Hochjura rund um den Crêt de la Neige, den höchsten Berg des Massivs. Die gespurten Loipen verbinden Orte wie Les Rousses, Belefontaine, Lac des Rouges Truites, Cerniébaud, La Presse und Lajoux. Auf den Loipen dringt oft nicht mehr als das rhythmische sanfte Stauchen des gepressten Pulverschnees ans Ohr. Mit jeder Anhöhe oder Lichtung, die man erreicht, eröffnet sich ein neues Panorama.

Wissenswertes: Was "Präsidenten" alles werden können

Die Wälder sind Wirtschaftsfaktor Nummer eins im Jura. Sie liefern den Grundstoff für die zahlreichen Artikel des Holzhandwerks, das hier seit fast 1.500 Jahren blüht. Nahezu jedes Dorf im Jura spezialisierte sich in früher Zeit auf die Herstellung eines bestimmten Produktes - angefangen von der Käseschachtel über Schaukelpferde bis zum Ski. Um das Rohmaterial brauchten sich die "Jurassiens" damals wie heute kaum zu sorgen. Fast die Hälfte des Jura ist noch immer von Bäumen bedeckt. Manch traditionelles Metier rund um das Holz ist heute zwar ausgestorben, doch der Respekt für den Baum ist geblieben, man verehrt ihn und nennt besonders große Bäume sogar respektvoll "Präsidenten".

Essen & Trinken: Deftiges aus Franche-Comté

Die Esskultur in Franche-Comté fällt eher deftig aus. Die Region ist bekannt für Räucher- und Wurstspezialitäten wie Bresi, geräuchertes und getrocknetes Rindfleisch oder den Luxeuil-Schinken. Eine Vielzahl bekannter Käsesorten wird in Franche-Comté hergestellt, wie z.B. Morbier, Mont d'Or, Bleu de Gex, der Kochkäse Cancoillotte und natürlich der Comté. Käse-Feinschmecker schätzen die vielen Sorten Comté mit Lagerzeiten bis zu 18 Monaten. Erkennungsmerkmal: grünes Schild und Glocken mit dem Aufdruck Comté.

Rezept für ein Fondue "franche-comtoise" (für 4-5 Personen)

Wir nehmen 2-3 Tassen trockenen Weißwein und etwas zerhackten Knoblauch und lassen beides in einem Topf etwas einkochen bis sich die Flüssigkeit um die Hälfte reduziert hat. Danach geben wir die Masse durch ein Sieb und lassen diese etwas abkühlen. Anschließend verrühren wir 6 Eier mit 250 g geriebenem Comté-Käse, 60 g Butter, etwas schwarzen Pfeffer und eine Prise Salz. Der Mischung geben wir den Wein hinzu und das Ganze wird dann in einem feuerfesten Tontopf unter schwacher Hitze und ständigem Rühren gekocht bis eine glatte, cremige Masse entstanden ist. Vom Herd nehmen und heiß servieren. Mit einer Fonduegabel tunken wir dann Brot- oder Toaststückchen in den Topf. Besonderer Tipp für Sie: Am besten eignen sich die Weissweine des Jura: Arbois und Pupillins zum Käsefondue.

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