Meterhohe Atlantikwellen brechen tosend an den Felsklippen, einsame Leuchttürme stemmen sich dem Wind entgegen, vereinzelt suchen Fischerboote ihren Weg hinaus aufs Meer. Die Bretagne, der Schiffsbug Europas ganz im Westen, wo die Sonne täglich schlafen geht. Ein Land im Land, voller Gegensätze und faszinierender Natur- und Kulturerlebnisse. Mit Bewohnern, die ihre Tradition und gälische Eigenart betonen und ihre eigene Sprache noch heute pflegen. Obwohl ihnen die Republik bis in die fünfziger Jahre verbot „auf die Erde zu spucken und bretonisch zu sprechen“.



Die Natur prägte die Bretonen. Und ihren Glauben. Nirgends in Frankreich ist der Heiligenkult so bodenständig wie in der Bretagne. Er gilt den ersten Missionaren, die mit den Kelten kamen, in „steinernen Schiffen“, wie die Legenden sagen. Das scheint nicht einmal so abwegig, wenn man vor all den Wunderwerken steht, welche die Bretonen einst in christlicher Glaubenskraft aus Urgestein gemeißelt haben: Brunnen und Kirchenportale, Kreuzigungsgruppen und Glockentürme, filigran wie die Coiffes, die weißen Spitzhauben. Aus noch früherer Zeit sind die mysteriösen Steinsetzungen, die Menhire, Dolmen und Grabhügel. Deren Ursprung ist auch heute noch nicht geklärt. Auch wenn Obelix sich gerne damit brüstet, mit den Kelten haben die Hinkelsteine nichts zu tun. Kommen Sie in die Bretagne und werden Sie zum Leuchtturm- und Inselsammler, zum Steilküstenwanderer und Fisch-Fan. Kenavo – auf Wiedersehen! Klicken Sie mit dem Mauszeiger auf einen Informationspunkt in der Karte und Sie erhalten Tipps und Wissenswertes vom Frankreich-Spezialisten.



Reisetipp: Rennes

Die Stadt Rennes versteht es meisterhaft, ihrem Stadtbild wieder neuen Glanz zu verschaffen. Seit 1981 widmete man mehr als 27 km Fassaden die ganze Aufmerksamkeit. Ein wahrer Feldzug, der den architektonischen Reichtum der Stadt heute ans Licht bringt. Diese Politik ist beispielhaft in Europa und macht Rennes zu einer der schönsten Städte Frankreichs.

Wissenswertes: Küstenwandern

Die Nord-Bretagne ist ein Wander-Paradies. Wie kann man auch intensiver die Reize und Kontraste dieser Küsten-Region erleben? Ob wilde, meerumtoste Steilküsten und bizarre Felsformationen, das Wechselspiel der Gezeiten oder der Kontrast zwischen Armor und Argoat, wie auf Bretonisch die Küste und das Landesinnere heißen, das Naturerlebnis Bretagne ist einzigartig. Dabei ist die Region für den Wanderer gut erschlossen. Der große Küsten-Wanderweg GR 34 führt die ganze Nord-Küste der Bretagne entlang. Auch Abstecher ins Landesinnere sind vorhanden. Darüber hinaus gibt es viele regionale Wanderwege, so dass vom Strecken-Wanderer, der von Unterkunft zu Unterkunft wandert, bis zum Tages-Wanderer oder Spaziergänger, welcher mehr oder weniger weite Rundwege sucht, jeder auf seine Kosten kommen kann.

Essen & Trinken: Berge von Meeresfrüchten

Einer der großen bretonischen Gourmetklassiker ist die Platte mit Meeresfrüchten. Eine sorgfältig ausgesuchte und zubereitete Mischung von Muscheln und Schalentieren, die mehrstöckig auf Algen und Eis angerichtet werden. Darauf finden Sie meistens Kaisergranat, Taschenkrebse, große Krabben und kleine Strandkrabben, Felsen- und Sandgarnelen, rohe Venusmuscheln, Meeresmandeln, Miesmuscheln, Strandschnecken und die festen, fleischigen Wellhornschnecken. Gekrönt wird das ganze durch frische Austern. Dazu isst man Roggenbrot, frische Mayonnaise und natürlich Salzbutter, schließlich sind wir in der Bretagne!

Rezept: Die berühmten bretonischen Crêpes!

Crêpes hat bestimmt jeder schon mal genießen dürfen, aber kennen Sie auch Crêpes mit Camembert und Äpfeln? Für 4 Portionen bereiten Sie zunächst einen Teig aus 150 g Mehl, 1 Prise Salz, 1 Prise Zucker und 2 Eiern. Jeweils 15 cl Cidre und Milch werden hinzugefügt und der Teig dann ca. 30 Minuten ruhen gelassen. Anschließend werden die Crêpes ausgebacken und warm gehalten. Den Ofen auf 180°C vorheizen. Für die Füllung schälen und vierteln Sie 2 Äpfel, die Sie in 20 g Butter anbraten und mit einer Prise Zucker bestreuen. Lassen Sie die Äpfel leicht karamellisieren und flambieren Sie diese anschließend mit 5 cl Calvados. Nun können Sie die Crêpes mit den Äpfeln und insgesamt 150 g Camembert belegen und zusammengeklappt für ca. 5-10 Minuten in den Backofen geben. Die warmen Crêpes schmecken besonders gut mit Salat. Bon Appétit!

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