Feuer und Wasser haben die Auvergne geformt. In Millionen von Jahren. Die Landschaft betört mit all ihren Facetten: sanft gerundete und von Kratern gedellte Vulkanmassive, wie überzogen mit grünem Velours. Wasserreiche Täler, üppig von Gräsern und Bäumen gesäumt. Rauhe Hochebenen mit teils spärlichem und seltenem Pflanzenbewuchs. Schwarzblaue Seen und sanfte Hügellandschaften mit Rebhängen, Knoblauchäckern und Sonnenblumenfeldern. Im Sonnenlicht ein traumhaftes Gemälde.

Seit der Bronzezeit hinterließen die Bewohner der Auvergne vielfältige Spuren kulturellen Schaffens und beständiger Tradition. Speziell aus der Ära des Mittelalters, als Pilgerströme auf dem Jakobusweg durch die Region zogen, sind einzigartige, romanische Kirchen und Klöster erhalten. Drei von ihnen werden von der UNESCO zum Weltkulturerbe gezählt: die majestätische Kathedrale von Le Puy-en-Velay mit einer harmonischen Verbindung von maurischen und romanischen Elementen; die monumentale Kirche der Abtei La Chaise-Dieu mit einem 26 m langen Totentanz-Fresko; sowie als charakteristisches Beispiel auvergnatischer Romanik die Kirche Notre-Dame-du-Port in der Regionhauptstadt Clermont-Ferrand. Ob der Besucher in der heutigen Zeit als Pilger oder Naturfan, als Gastronomieliebhaber oder Weinkenner kommt, er muss Zeit mitbringen. Urbane Hektik passt nicht in diese Region der schier grenzenlosen Freiheit. Klicken Sie mit dem Mauszeiger auf einen Informationspunkt in der Karte und Sie erhalten Tipps und Wissenswertes vom Frankreich-Spezialisten.

Reisetipp: Die Messer aus Thiers

Die berühmten Messer aus Thiers waren anfänglich Hirtenmesser, wurden jedoch vor nicht allzu langer Zeit von den Designern Philippe Starck und Sonia Rykiel und dem Hause Hermès zu modernen und schicken Modeaccessoires aufgebaut. Das "Thiers" hat seine eigene Bruderschaft, seine Herstellungsregeln und sogar aus dem Jahre 1567 stammende Standesregeln. Wenn man mehr erfahren möchte über die Anfänge des Messerschmiedehandwerks in Thiers in der Auvergne vor fast sieben Jahrhunderten, sollte man dem Musée de la Coutellerie (Museum für Messerschmiedekunst) einen Besuch abstatten. Dort erfährt man mehr über das Geschick und die Ausdauer der Menschen bei der Herstellung des berühmten Messers. Eine wunderbare Sammlung von Messern ist ebenfalls zu besichtigen.

Wissenswertes: Jeder kennt ihn. Doch woher kommt er?

Der sicher bekannteste aller Bewohner der Auvergne ist das Michelin-Männchen Bibendum. Das 1898 vom Zeichner O’Galop geschaffene Männchen ist der joviale Botschafter von Michelin und hat den begehrten Preis des besten Logos des 20. Jahrhunderts gewonnen. Das Michelin-Männchen ist das Wahrzeichen einer ganzen Industrie, der Stadt Clermont-Ferrand und der Touristen- und Gastronomieführer.

Essen & Trinken: Spezialitäten en masse

So ursprünglich und natürlich wie das Land ist auch die Gastronomie. Da gibt es luftgetrocknete Würste und Schinken, geräuchertes Fleisch mit den grünen Linsen von Le Puy, Entrecôte von Salers- oder Aubracrindern, frische Bachforellen, Hecht, Zander und Karpfen. Und dann der Käse. Ob es die mit AOC-Gütesiegel sind: Cantal, Saint-Nectaire, Salers, Bleu d’Auvergne und Fourme d’Ambert; oder die vielen Landkäse, auf einer Scheibe Schwarzbrot schmecken Sie köstlich. Zum Abschluss etwas Heidelbeerkuchen, frische Waldhimbeeren oder ein Fougasse, das Hefegebäck aus dem Cantal. Gastronomieherz, was willst du mehr! Berühmt ist jedoch auch ein Wasser aus der Auvergne: Volvic. Das im Regional-Naturpark der Auvergne geförderte Volvic-Mineralwasser verdankt seine Vorzüge der Reinheit des Vulkangesteins. Als Filter dient ihm nämlich Lavagestein.

Rezept für "Aligot" — Kartoffelpüree der Extraklasse

Für 4 Personen schälen Sie 1 kg mehlige Kartoffeln und 2 Knoblauchzehen. Die Kartoffeln in große Stücke schneiden und in heißem Wasser zusammen mit einer Knoblauchzehe ca. 20 Min. lang kochen. In der Zwischenzeit 400 g Tomme (französischer Weichschimmelkäse) in dünne Scheiben schneiden. Nachdem die Kartoffeln gar sind, geben Sie diese in eine Kartoffelpresse. Eventuell noch ein wenig vom Kartoffelsud dazugeben. Nun rühren Sie die Kartoffelmasse und 200 g Crème fraîche mit einem Holzlöffel um und geben im Anschluss den Tomme hinein. Weiter kräftig rühren bis das Ganze eine schöne lockere Konsistenz hat. Nach Geschmack salzen und pfeffern, mit Muskat abschmecken und je nach Bedarf die zweite Knoblauchzehe hinein pressen. Bon Appetit!

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