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Picardie

Wiege der Gotik zwischen Marne und Somme: die Picardie. Hier entstand Frankreich!

Champagnerhänge im Süden, leuchtend weiße Kreidefelsen und Sandstrände an der Somme-Bucht, verträumte Dörfer in der Thiérache, berühmte Königsschlösser und Kathedralen, allen voran in Amiens: Die Picardie ist nicht nur von der Natur verwöhnt, sie ist auch eine bedeutende Kulturlandschaft in Europa. Mit ihrer Vielfältigkeit bietet die Picardie jedem das Seine: den kulturell Interessierten, den Naturliebhabern, den Aktivurlaubern und den Freunden des französischen „Savoir vivre“. 

Der ganze Landstrich scheint ins Meer zu münden: stille, friedliche Weiten, schöne Wälder und ein riesiges Netz von schiffbaren Kanälen, das sich bis Paris ausspannt. Doch auch kulturell hat die Picardie viel zu bieten: Amiens, Beauvai und Laon, die ihr Ansehen vor allem ihren außerordentlich schönen gotischen Kathedralen verdanken. Nicht umsonst nennt man die Picardie die Wiege der Gotik.

Aber auch Chantilly, die Hauptstadt der Pferde oder Compiègne und sein prachtvolles Schloss, in dem Kaiser Napoleon III. mit Vorliebe residierte, sind ein Abstecher wert. Zu den Reichtümern dieser Region zählt auch die vielfältige Schönheit ihrer Natur. Weitläufige Landschaften, lange, dichte Waldabschnitte und sattes Grün, wohin das Auge reicht, prägen das Erscheinungsbild der Picardie. Das Somme-Tal ist ein wahres Vogelparadies. Besonders im Park von Marquenterre finden unzählige Arten einen idealen Zufluchtsort und Vogelliebhaber wunderbare Beobachtungspunkte, besonders während der Wanderungen der Zugvögel.

Die angrenzenden Sumpfgebiete üben in der zweiten Jahreshälfte eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Enten und folglich auch auf Jagdliebhaber aus. Und die Angler haben die Qual der Wahl. Die schönsten Wälder wurden für zahlreiche Sportarten erschlossen: Golf, Reiten, Wandern und Mountainbike. In jeder Jahreszeit zeigt sich die Natur in ihrem schönsten Kleid. Ein Besuch lohnt sich nicht nur als kurzer Abstecher auf der Durchreise nach Paris.

Essen & Trinken

Naturprodukte mit Pfiff
Wer den Pikarden in den Kochtopf schaut, wird erstaunt sein, was so alles aus schlichten Zutaten wie Gemüse, Kartoffeln, Fisch und Fleisch auf die Teller der Region gebracht wird. Das Geheimnis der regionalen Küche der Picardie besteht in ihrer Einfachheit, die mit einer kleinen Raffinesse versehen die Gourmetherzen höher schlagen lässt. Besonders bekannt sind die Ficelle Picarde, ein mit Schinken, Champignonmousse und geriebenem Käse gefüllter Pfannkuchen, kurz in Béchamelsauce überbacken.

Doch auch die Pasteten aus Enten- oder Gänseleber oder die Wildschweinpastete sind regionale Köstlichkeiten. Wie der Name schon sagt, stammt die Crème Chantilly aus der gleichnamigen Stadt und eignet sich hervorragend zu Kompott oder Eis.
Rezept für Tarte aux poireaux (Lauchkuchen für 4 Personen):
Bereiten Sie den Mürbeteig aus 300 g Mehl, 150 g Butter, 1 Ei, etwas Wasser u Salz. Putzen Sie 1 kg Lauch, entfernen die harten grünen Teile u kochen die Stücke ca. 1/2 St in Salzwasser. Gießen Sie das Wasser ab u pressen Sie den Rest dabei vorsichtig aus dem Lauchgemüse. Etwas Butter hinzufügen u den Lauch darin weiter dünsten, bis das Wasser verdampft ist. Vermischen Sie 1/4 l Fleischbrühe mit 15 g Butter u 15 g Mehl u geben Sie diesen über den Lauch. Das Ganze 15 Min. schmoren lassen. Schlagen Sie 2 Eier u rühren Sie 100 g Crème fraîche unter. Nehmen Sie den Lauch vom Feuer u rühren Sie die Masse ein. Würzen Sie nun mit Salz, Pfeffer u Muskatnuss. Eine niedrige Auf- laufform ausfetten, 3/4 des Teiges darauf ausbreiten u mit einer Gabel einstechen. Die Lauchmasse draufgeben u das Ganze mit dem restlichen ausgerollten Teig bedecken, die Ränder mit wasserbenetzten Fingern schließen. Im Backofen bei großer Hitze 35 Min. lang backen.

Reisetipp

Laon — ein wahres Museum unter freiem Himmel
Wie eine Akropolis schmiegt sich die alte karolingische Stadt Laon an einen über 100 m aus der Ebene herausragenden Felsen. Innerhalb der 7 Kilometer langen Stadtmauer verwahrt die Stadt eine Menge architektonischer Schätze. Hauptattraktionen sind die fünftürmige Kathedrale Notre-Dame, um die sich die Gassen der Stadt winden, und das Viertel um die Abteikirche Saint Martin. In Laon können Sie mehr als 80 unter Denkmalschutz stehende Gebäude besichtigen. Kurz: Laon ist eine Reise ins Mittelalter.

Wissenswertes

Schwimmende Gärten
Wahrhaft außergewöhnliche Gärten erwarten den Besucher in Amiens. Dort breiten sich auf über 300 Hektar Fläche die einzigen schwimmenden Gärten Frankreichs aus, genannt Hortillonnages. Es ist ein außergewöhnliches Naturgebiet, durchzogen von unzähligen Wasserläufen und Kanälen der Somme und Avre. Das typische Verkehrsmittel der Hortillonnages sind lange schwarze Barken, die ruhig durch die meist mit Gemüse bepflanzten Parzellen gleiten. Ein kleines Paradies fernab vom lebhaften Betrieb der Stadt, die doch so nahe ist.